Reerdigung in Norddeutschland
Reerdigung in Norddeutschland
Die Reerdigung ist eine neue und zeitgemäße Bestattungsform, die vor allem den Menschen in Norddeutschland eine würdevolle Alternative zur klassischen Erd- oder Feuerbestattung bietet. In der entstehenden neuen Erde sind wertvolle Pflanzennährstoffe enthalten – so wird der Kreislauf geschlossen. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind schon heute Reerdigungsbeisetzungen möglich.
Wo ist die Reerdigung im Norden möglich?
In Norddeutschland sind Reerdigungsbeisetzungen bereits in drei Bundesländern durchführbar. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ist eine Reerdigung auf jedem Friedhof möglich, auf dem auch klassische Erdbestattungen stattfinden, wenn die zuständige Friedhofsverwaltung zustimmt. Einige Friedhöfe, die Sie hier einsehen können, bieten bereits proaktiv Reerdigungsgrabstellen an.
Reerdigung in Hamburg
Die Reerdigung kann im Raum Hamburg und Umgebung beispielsweise im Möllner Alvarium stattfinden. Eine Beisetzung ist anschließend auf Hamburger Friedhöfen möglich.
Reerdigung in Schleswig-Holstein
Im nördlichsten Bundesland befinden sich mehrere Reerdigungsstandorte – beispielsweise in Kiel. Die neue Erde kann dann auf Friedhöfen in Schleswig-Holstein beigesetzt werden.
Reerdigung in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburger:innen können sich ebenfalls in Schleswig-Holstein reerdigen und anschließend auf Friedhöfen in Mecklenburg-Vorpommern beisetzen lassen – z.B. auf der Lebenswiese.
So läuft eine Reerdigung ab
-
01
BeauftragungEine Reerdigung kann sowohl im Rahmen einer Bestattungsvorsorge geplant als auch im Sterbefall beauftragt werden. Dafür können Sie sich an Ihr Bestattungsinstitut vor Ort wenden oder unser Komplettpaket Einfach Erde beauftragen. Hier finden Sie die Optionen im Vergleich. -
02
VerabschiedungJe nach Beauftragung können Sie sich in den Räumlichkeiten des Bestattungsinstituts oder beispielsweise einer Kapelle von dem oder der Verstorbenen verabschieden. Eine persönliche Abschiednahme mit Blumenbeigabe ist auch bei der Einbettung in den Kokon möglich. -
03
ReerdigungDer bzw. die Verstorbene wird vom begleitenden Bestattungsinstitut in ein Alvarium überführt und dort in den Kokon gebettet. Nun beginnt die sorgfältig überwachte Transformation. Abschließend mahlen wir die neue Erde zusammen mit den verbliebenen anorganischen Bestandteilen der Knochen. -
04
BeisetzungIn einem Transportsarg kann die neue Erde sicher zum Friedhof überführt werden. Dort wird sie dann sargfrei in einer Reerdigungsgrabstelle beigesetzt. Auf Wunsch kann am Grab oder in einer Kapelle eine Abschiedsfeier organisiert und etwas später das Grab bepflanzt werden.
So sieht eine Reerdigung aus
Im Alvarium betten wir den Körper im Kokon auf Heu und Stroh und bedecken ihn damit. Nach der Transformation wird die neue Erde in ein Tuch eingeschlagen und beigesetzt. Das Grab kann dann z.B. mit den Lieblingsblumen des/der Verstorbenen bepflanzt werden.
Organisation und Begleitung: Die persönliche Beratung und Organisation der gewünschten Reerdigungsbestattung übernimmt das beauftragte Bestattungsinstitut.
Überführung: Je nach Entfernung vom Sterbeort und Alvarium fallen für die Überführung der verstorbenen Person fallbezogene Überführungskosten an.
Reerdigung: Für die Durchführung der Reerdigung und die Vorbereitung der neuen Erde für die Beisetzung berechnet MEINE ERDE einen Pauschalpreis.
Grab- und Friedhofsgebühren: Im Bestattungspaket Einfach Erde sind die Grabkosten bereits enthalten, zu den Friedhofskosten am Wohnort kann Sie ein lokales Bestattungsinstitut beraten.
Das kostet eine Reerdigung
Die Kosten einer Reerdigung hängen vom Umfang der Begleitung, den individuellen Abschiedswünschen und vom gewählten Friedhof ab. Diese Kostenfaktoren enthält eine Reerdigungsbestattung:
Ihre Vorsorgemöglichkeiten
Mit einer Bestattungsvorsorge können Sie bereits zu Lebzeiten festlegen, dass nach Ihrem Tod Ihr Wunsch nach einer Reerdigungsbestattung umgesetzt wird. Erfahren Sie mehr über Ihre Vorsorge-Möglichkeiten.
Häufige Fragen zur Reerdigung
-
Was ist eine Reerdigung?
Die Reerdigung ist eine neue Bestattungsform, bei der in 40 Tagen alles, was lebendig war, zu Erde umgewandelt wird. Die Knochen werden verfeinert und gehen ebenfalls in die Erde ein. Die Wortschöpfung »Reerdigung« verbindet die Rückkehr in die Erde mit dem gesamten Prozess der Beerdigung. Im Englischen wird die Reerdigung »natural organic reduction« (natürliche organische Reduktion) oder auch »terramation« genannt. -
Was kostet eine Reerdigung?
Das Komplettpaket Einfach Erde für eine einfache Reerdigungsbestattung beginnt ab 4.250 Euro (inkl. MwSt.) zzgl. der Überführungskosten vom Sterbeort, die von der Entfernung zum Alvarium abhängen. Das Bestattungspaket beinhaltet eine pflegefreie Grabstelle auf einer Lebenswiese in Norddeutschland. Bei individuellen Abschieds- und Friedhofswünschen kann Ihnen eines unserer Partner-Bestattungsinstitute in Ihrer Nähe ein Angebot erstellen.
-
Ist die Reerdigung überall erlaubt?
Bei der Durchführung der Reerdigung ist sichergestellt, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Schleswig-Holstein ermöglicht die Reerdigung als erstes Bundesland in einer gesetzlichen Erprobungsphase. MEINE ERDE ist der bisher einzige Anbieter der Reerdigung in Deutschland. Die Beisetzung der neuen Erde ist bereits auf Friedhöfen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern möglich. Die Stiftung Reerdigung setzt sich dafür ein, dass sukzessive Reerdigungen in weiteren Bundesländern möglich werden.
-
Was ist der Unterschied zwischen einer Reerdigung und einer Erdbestattung?
Bei einer klassischen Erdbestattung wird der Körper mit Kleidung und Sargwäsche in einem Sarg circa 2 Meter tief unter der Erde beigesetzt. In dieser Tiefe zersetzt er sich mal mehr, mal weniger erfolgreich über viele Jahre hinweg.
Bei der Reerdigung erfolgt die Umwandlung des Körpers in Erde innerhalb weniger Wochen kontrolliert in einem geschützten System, dem Kokon. Es braucht nur pflanzliches Substrat und optimierte Bedigungen für die ausführenden Mikroorganismen. Die verbliebenen anorganischen Bestandteile der Knochen werden anschließend mit der Erde gemahlen und bilden ihren mineralischen Bestandteil. Die so entstandene, fruchtbare Erde wird dann in der aktiven Bodenschicht beigesetzt, wo die Nährstoffe besonders gut wirken können.
-
Was sind ökologische Vorteile der Reerdigung?
Bei einer Reerdigung werden die Nährstoffe unseres Körpers durch die ausführenden Mikroorganismen auf molekularer Ebene umgewandelt. Sie sind dann in der neuen Erde in einer für Pflanzen verfügbaren Form enthalten. So kann sich der Nährstoffkreislauf schließen. Zugleich werden die bisher untersuchten Medikamente zu großen Teilen bereits abgebaut.
-
Wo ist eine Reerdigung in Norddeutschland möglich?
Die Reerdigung bzw. eine Reerdigungsbeisetzung ist in Norddeutschland in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern möglich. Die konkrete Verfügbarkeit von Reerdigungsgrabstellen auf dem lokalen Friedhof hängt auch von der Zustimmung des jeweiligen Friedhofträgers ab. Hier finden Sie Friedhöfe, die bereits proaktiv Reerdigungsgrabstellen anbieten.
Auf unseren Partnerfriedhöfen in Norddeutschland bieten wir pflegefreie Grabstellen auf einer Lebenswiese an – einer naturbelassene Langgraswiese als Grabfeld für Reerdigungen. Dort ist ergänzend auch ein Erinnerungsbaum, der später am Wunschgedenkort, bspw. den heimischen Garten, gepflanzt werden kann, möglich. Die Grabstelle bleibt als öffentlich zugängliche Ruhestätte erhalten, die von den Trauernden weiterhin besucht werden kann.
-
Was passiert mit der neuen Erde nach der Reerdigung?
Im Einklang mit der gesetzlichen Friedhofspflicht in Deutschland wird die neue Erde nach Abschluss der Transformation auf einem Friedhof beigesetzt. Die Aushubtiefe der Grabstelle muss bei der Reerdigung nicht so tief wie bei einer Erdbestattung sein. Die neue Erde sollte in der aktiven Bodenschicht beigesetzt und nur von einer Schicht Friedhofserde bedeckt werden. Damit kann das Grab zeitnah nach der Beisetzung der neuen Erde bepflanzt werden.
Eine besondere Form der Bestattung für eine Reerdigung ist die Lebenswiese – ein pflegefreies Grabfeld in Gestalt einer naturbelassenen Langgraswiese.
-
Wie können Ihre Hinterbliebenen bei einer Reerdigung Anteil nehmen?
Ihren An- und Zugehörigen stehen für eine Verabschiedung bei einer Reerdigung mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
zu Hause (in den meisten Bundesländern für 24 bis 36 Stunden möglich) bzw. im Abschiedsraum des Krankenhauses, Hospizes oder der Pflegeeinrichtung
am offenen Sarg in den Räumlichkeiten des Bestattungsinstituts oder einer Kapelle
am offenen Kokon bei der Einbettung – hier können naturbelassene Blumen und Briefe auf Naturpapier beigegeben werden
nach 40 Tagen bei der Beisetzung der neuen Erde auf dem Friedhof
Eine heilsame Möglichkeit der aktiven Abschiednahme kann auch sein, das Reerdigungstuch, in das die neue Erde eingeschlagen wird, in den 40 Tagen der Umwandlung zu gestalten.