Fast drei Viertel (74 Prozent) der Verstorbenen waren Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 72 Jahren. Die älteste Person war 99 Jahre alt. Die Verstorbenen kamen aus 14 deutschen Bundesländern – rund ein Drittel hatte den letzten Wohnsitz in Schleswig-Holstein, 15 Prozent in Nordrhein-Westfalen, 13 Prozent in Hamburg und jeweils 6 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Hessen. Neben Schleswig-Holstein ist die Beisetzung der neuen Erde bereits in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern möglich. Aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich Menschen bereits für die Reerdigung entschieden, eine Person sogar aus Belgien.
„Was uns immer wieder bewegt, ist, wie nah viele Angehörige herantreten und den Abschied ganz persönlich und einzigartig gestalten“, sagt Pablo Metz, Geschäftsführer von MEINE ERDE. Bei jeder zweiten Reerdigung sind die An- und Zugehörigen bei der Einbettung in den Kokon dabei, zumeist nehmen sie aktiv daran teil, ihre verstorbene Person mit Heu und Stroh zu bedecken. „Wir hatten Einbettungen mit einem Angehörigen und Einbettungen mit 150 Menschen. Jeder dieser Abschiede war anders.“
Die 100. Person, die nun in Europa reerdigt wird, ist Guntram “Atze” Horst – eine lokale Berühmtheit aus Itzehoe in Schleswig-Holstein. Mit Kneipen und Musikbars hat er über Jahrzehnte das Itzehoer Nachtleben geprägt. „Die Reerdigung passt zu meinem Vater. Dass er der 100. ist, hätte ihm gefallen“, sagt seine Tochter Ulrike Franzen. „Er war eine starke Persönlichkeit, einer, der sich mit Witz und Charme gegen viele Widerstände durchgebissen hat.“ Die Beisetzung der neuen Erde von “Atze” Horst soll im großen, teils aus den USA angereisten Familienkreis mit seinen 5 Kindern, 9 Enkeln und 4 Urenkeln Anfang Dezember stattfinden – und alle sollen bunt tragen.
Schleswig-Holstein hat die Reerdigung im Juni 2026 als erstes Bundesland dauerhaft als dritte Bestattungsart gesetzlich verankert. Das Gesetz wurde nach einer mehrjährigen Erprobungsphase einstimmig und fraktionsübergreifend vom schleswig-holsteinischen Landtag beschlossen.
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Die 100 Personen, die in Schleswig-Holstein reerdigt wurden, hatten ihren letzten Wohnsitz in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Hessen, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern und in Belgien.
Zur Reerdigung:
Die Reerdigung ist eine neue Bestattungsform, bei der der Körper der verstorbenen Person in etwa 40 Tagen zu Erde wird. Die neue Erde muss dann auf einem Friedhof beigesetzt werden. MEINE ERDE ist seit Februar 2022 der europaweit erste Anbieter der Reerdigung. In sog. Alvarien, ehemaligen Friedhofskapellen, in Mölln und in Kiel sind insgesamt 7 Kokons in Betrieb.
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Olga Perov, presse@meine-erde.de, Tel. 030 209 655 888 -4